Mal ein anderer Verlauf

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3 Wochen 54 Minuten her #132 von Marion
Marion erstellte das Thema Mal ein anderer Verlauf
Hallo in die Runde!

Zuerst einmal: diese Seite und alle eigenen Seiten der Mitglieder haben mir ungemein geholfen!! Kein Horror- nur Tatsachen!
Danke!

Bei meinem Mann wurde Ende Januar Speiseröhrenkrebs diagnostiziert. Er hatte schon ein gutes halbes Jahr Beschwerden, wollte aber- aus Angst vor einer Magenspiegelung- nicht zum Arzt.
Dann ging es Schlag auf Schlag:
20.2.18 OP mit Magenhochzug, undicht, Schwammeinlage, Entlassung am 20.3.18. Von der Chemotherapie vor und nach der OP (2/31 Lymphknoten waren befallen) wurde in Absprache abgesehen, da beim Alter des Patienten der Nutzen nicht mehr so klar zu belegen ist.
Dann gab es Schonkost und immer Angst vor Dumping.
Aber NEIN- mein Mann litt an Verstopfung. Wenn dann mal was raus wollte, dann furchtbar hart. Sogar die Toilette hat versagt.
Der Lebensmut entschwand.
"wozu das alles"
Am 10.4. ging es dann zur Reha nach Buckow.
Von da an ging`s bergauf. Bewegung, psychologische Hilfe und Essen ohne Ende haben zumindest die Gewichtsabnahme- bis dato 16kg- gestoppt.
Und alles wird gefuttert. Die Portionen erreichen langsam 2/3 der Normalgröße. Alles schmeckt und bekommt. Kein Erbrechen, kaum Reflux- allerdings eine halbe Stunde Ruhe nach jeder Mahlzeit.
Und Ruhe bedeutet sowohl tagsüber als auch nachts 27cm Oberkörper erhöht. Wie haben uns mit einer Kombi aus Keil unter der Matratze und Leisten unter dem Kopfteil beholfen.
Nur die Verstopfung macht weiterhin das Leben schwer. Zwar kommt der Stuhlgang inzwischen fast immer alle 2 Tage, aber er ist nach wie vor extrem hart.
Die Wasseraufnahme liegt bei ca. 1,3 Liter- mehr geht einfach nicht.
Also nach 10 Wochen zusammenfassend:
Alles essen in kleineren Mengen.
Schwäche, die aber beherrschbar ist.
Extrem niedriger Blutdruck.
Schlafen nur erhöht möglich.
Radfahren wieder möglich.
Niedergeschlagenheit nur noch sporadisch.

Auf einen solch guten Verlauf habe ich nach so kurzer Zeit nicht zu hoffen gewagt.

Ich hoffe, dies macht etwas Mut all denen, die sich mit Ängsten nach der Diagnose rumquälen.
Es kommt immer anders, als man denkt.
Ich habe das Gefühl, sicher ist nach einer solchen OP nur die Hochlagerung für den Rest des Lebens. Alles andere ist sehr individuell.

Und auch im Alter kann man das überstehen- mein Mann wird im nächsten Monat 81!

Nun noch ein kleines Gedicht, das in unserem Fall die Gefühle sowohl meines Mannes als auch die Meinigen umschreibt.

10 Wochen sind seit der OP vergangen
und mein Leben hat- doch- wieder angefangen.
Am Anfang hätt´ich es nie gedacht,
doch die Kur in Buckow hat Wunder vollbracht.
Nun wende ich wieder nach vorne den Blick,
denn da lang geht`s weiter-
es gibt kein Zurück.

Liebe Grüße und werdet oder bleibt gesund!

Marion

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